28 June 2015

Critique of competitive freedom and the bourgeois-democratic state 3rd ed.

OUT NOW: Third edition of

Critique of competitive freedom and the bourgeois-democratic state

Outline of a form-analytic extension of Marx's uncompleted system

The year 1984 was the tail-end of a period of intense interest in Marx on the part of youth in Australia and West Germany. In Australia this interest took the form of a reception of structural Althusserian Marxism, whereas in West Germany it manifested itself especially in reading and research groups around Marx's critique of political economy. As a young Australian research student in philosophy, the author joined these West German discussions in 1976. This book - a doctoral dissertation - is the result of an intensive, multi-year engagement with seminal writings of Marx and Hegel.

Please follow the LINK.

11 June 2015

Gleichgueltigkeit/Indifference to Land of Matta

"Das Für-, Wider-, Ohne-einandersein, das Aneinandervorbeigehen, das Einander-nichts-angehen sind mögliche Weisen der Fürsorge. Und gerade die zuletzt genannten Modi der Defizienz und Indifferenz charakterisieren das alltägliche und durchschnittliche Miteinandersein." (Heidegger, Sein und Zeit §26).

"Being for, against, without each other, passing each other by, having nothing to do with each other, are possible modes of caring-for. And precisely the last-mentioned modes of deficiency and indifference characterize everyday and average togetherness." (Heidegger, Being and Time §26).

Recently I carried out an empirical confirmation of this socio-ontological insight by sending  e-mails to about 200 friends, acquaintances and family announcing the publication of my inexpensive work of pleasurable, humorous, but philosophically pithy fiction, The Land of Matta. These e-mails have generated in the course of more than a week purchases by precisely seven persons. each of whom I know personally, because each has sent me an e-mail telling me they'll purchase the book.

Excuses, anybody?

03 June 2015

OUT! The Land of Matta


The Land of Matta

A philosophical, quantum-mechanical phantasy

is OUT and available NOW from Amazon as a 358-page paperback or as a Kindle e-book.

Please spread the word.

Many, many thanks to all those who read drafts and gave me comments and feedback, especially confirming that the book's very funny. You have supported and encouraged me greatly, for which I'm more than grateful.

To read a description and/or purchase the book, please follow the link to my web-site.

17 May 2015

Vergoldeter Cartesisch-Kantischer Käfig

Descartes hat den ersten, rohen, eisernen Käfig des modernen Bewußtseinssubjekts mit seiner ontologischen Trennung von Innen und Außen entworfen und gebaut. Nach ihm haben etliche Denker zum Ausbau und zur Veredelung des Käfigs beigetragen wie z.B. Leibniz, der alle Fenster im Käfig fest zugeschraubt hat, so daß man sich ab sofort auf die Steuerung der Außenwelt durch eine göttlich prästabilierte Harmonie verlassen mußte. Durch diese zweifelhafte Verbesserung ist er zumindest den Cartesischen Dämon losgeworden.

Kant hat schließlich den Käfig mit seinen fein ziselierten transzendentalen Ausbaumaßnahmen vergoldet. Damit wurde der Käfig mit vielen Durchgängen, Wendeltreppen und kleinen Kämmerlein so beeindruckend ausgeschmückt, daß viele spätere Philosophen sich nie von einer ersten Verliebtheit in ihn erholt haben.

Spätestens mit Hegel und seiner Idee des Absoluten, die Subjekt und Objekt vereint, wurden Ausbruchsversuche aus dem Käfig gewagt. Marx, Nietzsche und andere haben nach Hegel auch ihre eigenen Jailbreaks versucht.

Heidegger ist der Ausbruch aus dem Cartesischen Käfig dann in den 1920ern endlich gelungen, das eingekapselte Subjekt wurde zum zeitlichen in-der-Welt Da-sein. Aus lauter Ängstlichkeit wurde diese angebotene Befreiung aber undankbar abgewehrt und bis aufs Messer bekämpft. Alle haben sich unter der soliden Kantschen Eiche im Dorf versammelt, um rigorose Gegenmaßnahmen zu beschließen. Sie vertrauen darauf, daß kein Blitz in die Eiche hineinfährt. In ihren Augen würde die Befreiung zum Verlust der wirksamen Beherrschung aller Bewegung und so zur irrationalen Anarchie führen.

Die moderateren Denker nach Hegel (einschließlich der modernen Wissenschaftler aller Sparten) bis heute haben sich also damit begnügt, den Käfig schön einzurichten und bequem zu möblieren. Sie würden nie im Traum daran denken, sich aus dem Käfig hinauszuwagen. Stattdessen sitzen sie -- jeder für sich -- sicher eingeschlossen auf dem moralisch-ethischen Sofa mit Fernbedienungsgerät, das durch das Gitterwerk des Käfigs hindurch eine rasterförmig modellierte Außenwelt möglichst effektiv kontrolliert.

Vgl. 'Thinking in Clichés'.

15 May 2015

Axel Honneths Kampf um Anerkennung

Von einem Freund kam der anregende Gedanke, daß Frankfurt ein Ort sein könnte, "an dem eine offene Auseinandersetzung mit Heideggers Ontologie richtig platziert wäre." So habe ich ein wenig in der englischen Übersetzung von Axel Honneths Kampf um Anerkennung gelesen.

Das Thema ist Hegelsch geprägt und zwar vor allem von seiner Phänomenologie des Geists. und seiner Rechtsphilosophie. Letztere stand neben Das Kapital im Mittelpunkt der Bemühungen in den 1970er und 80er Jahren um einen Ausbau des Marxschen Systemfragments zu einer vollendeten kritischen Theorie der bürgerlich-kapitalistischen Vergesellschaftungsweise. 


Auffallend ist, daß, Habermasens Fußstapfen folgend, Honneth sein "theoretisches Modell" als eine "normative Theorie" (also nicht sozio-ontologisch) konzipiert, und daß er das Kernphänomen der gegenseitigen Anerkennung als Phänomen der "Intersubjektivität" auffaßt. Also bleibt das metaphysische Setting dasjenige der subjektivistischen Metaphysik, Honneth hält am Entwurf des Menschseins als Subjektivität unbedingt und fraglos fest. Das ist sein Erfolgsrezept -- genau diese rote Linie nicht zu überschreiten, was aber wiederum unbedingt erforderlich ist, um sich mit Heideggers Denken auseinanderzusetzen. So ein Autor erscheint bei Suhrkamp, und das Werseinsspiel der phallischen, suck-my-dick Anerkennung geht blindlings ungestört weiter. Alles ist auf Perpetuierung des Status quo eingeschworen.

Im seinem letzten Kapitel geht es Honneth lediglich darum, die Bedingungen der "kommunikativen Ermöglichung der Selbstverwirklichung" von "menschlichen Subjekten". Diese Bedingungen umfassen dreierlei: "einen gewissen Grad an Selbstvertrauen, gesetzlich garantierte Autonomie und Selbstsicherheit hinsichtlich des Werts der eigenen Fähigkeiten". Nur so, durch diese drei intersubjektiven "Anerkennungsmuster", könne  "die Freiheit der Selbstverwirklichung" gelingen (meine Rückübersetzungen). Was ist aber dann aus dem "Kampf" geworden? Wo bleibt die Phänomenalität der Macht in diesem Entwurf von intersubjektiven Bedingungen der Ermöglichung der individuellen Selbstverwirklichung? 

Um hier philosophisch, denkerisch überhaupt weiterzukommen, bedarf es m.E. des Rückgangs zum Phänomen der _timae_ (Wertschätzung, Ehre, Warenwert usw.) bei Platon und Anaximander und vor allem Aristoteles, und zwar zusammen mit einem neu einsetzenden Durchdenken des vielfältigen Phänomens der _dynamis_ (Macht, Kraft, Vermögen, Fähigkeit, Geldwert...) D.h. aber: das Denken muß die abgegrasten Gefilde der neuzeutlichen Metaphysik hinter sich lassen, um einen Neuentwurf des Menschseins als players in power interplays zu wagen. Sonst bleibt alles beim Alten. 


Was Honneth als seinen Kernbegriff "Anerkennung" Hegelsch apostrophiert, ist bei mir das gegenseitige Wertschätzspiel, das zugleich immer auch ein Machtspiel der Lebensbewegtheit ist, das nicht normativ zu fassen ist, sondern lediglich entlang dem Spektrum von fair and foul, d.h. schön und unschön -- bis hin zu brutal und häßlich. Der Mensch ist in einer anders entworfenen geschichtlichen Zeitlichtung, d.h. in einer anderen Denkart, anders gedacht -- nicht als das Subjekt, das allem zugrunde liegt, sondern als der Spieler, der dem Wertschätzspiel ausgesetzt ist. Da gibt es eine Vielzahl von Spielern im Wertschätzspiel der Welt, die durch eine irgendwie geartete Intersubjektivitätstheorie nicht einzuholen ist. Denn das Inter der Intersubjektivität bleibt ungedacht, als hätten solche Philosophen der Intersubjektivität Tomaten auf den Augen. Selbst die Vielheit der Subjekte liegt der eingeräumten Welt und der Zeit selbst nicht zugrunde, vielmehr ermöglicht erst die Zeitlichtung das Menschsein der Menschen überhaupt. Solche Gedanken bleiben heute noch vorzeitig. Sie gehen auch über Heidegger hinaus. 

Bei der Schwarzen-Hefte-Debatte um Heidgger in neuester Zeit z.B. wird auf die "Humanität" (Marten) des Subjekts gern gepocht, um dieses moderne Subjekt gerade vor jedwedem versuchten Neuentwurf zu bewahren. Wo kämen wir denn hin, wenn das moderne Subjekt infrage gestellt werden würde?!! Unsere humane Moralität wäre dahin!! O Schreck!! Das ist der nicht-so-geheime Konsens heute unter den Heidegger-Hassern -- und nicht nur bei denen, sondern überall. Deshalb ist seit langem im Westen denkerisch nichts mehr los. 


Vgl. Social Ontology.

29 March 2015

List der Vernunft

Im Gespräch mit Hegel merkte ich an, "Eine List, die listiger ist als die List der Vernunft, kann nicht mehr vernünftig sein".

In conversation with Hegel, I noted, "A cunning more cunning than the cunning of reason can no longer be reasonable."

12 March 2015

Land of Matta: A philosophical phantasy

Now available

Published 27 May 2015:

The Land of Matta: A philosophical, quantum-mechanical phantasy 

About the book:

A fantasy in the sense of Alice in Wonderland, but not for children.
It's cock-and-bull like Tristram Shandy, but without the digressions.
It's satire in the tradition of Gulliver's Travels, but the satire is on modern science.
The humour is British, like the Goons or Monty Python.
The protagonists are two young students, Phi and Psi, finding their way in life. In Book I, In Quest of Mu, they go in search of the ancient Mu, a philosophical refugee from Athens to Upper Matta.
Mu himself is on a philosophical quest to answer his guiding question, Why is there movement at all, rather than standstill?
In Book II, The Way Back to Anaxaton, the main character turns out to be the mysterious Willy P., the power behind the scenes.
Matta stands for 'mathematics', but there are no formulae, only a more or less playful, historical treatment of maths along with a couple of Greek symbols.
The quantum mechanics is accurate, but blown up to fantastic proportions with fun-loving, unbridled literary licence. This makes it look superficially like sci-fi, but it's subtler.
The philosophical strand is substantial, but presented narratively and playfully camouflaged. The presentation is tongue-in-cheek, so the reader constantly has to decide at each point whether it's serious sense or straight-faced nonsense. Usually it's both.
It has some quasi-Platonic dialogue, and the whole is borne by philosophical questions subversively at work in the background.

Table of Contents 

Book I: In Quest of Mu 5

1. Phi and Psi set off 7
1.1 Mu’s quest 8
2. Arrival in the Land of Matta 13
2.1 Nosear, capital of Matta 15
2.2 At Prof. Walter Suchburn’s 16
2.2.1 Integrator Zinbeil 17
2.2.2 Mu’s emigration to Matta 20
2.3 Integrative slippery dips in Zinbeil Park 27
2.4 A second evening with Prof. Suchburn 32
2.5 Wal’s student, Roger, exercising ineffective standstill 37
2.6 A third evening with Wal 42
3. Maxham in Lower Matta 51
3.1 Canoe trip to Welliton, Maxham on the reverse-flow Yadaraf River 51
3.2 Prof. Valery Eigen and her electron-horse at the Planckstein Stud 53
3.3 Crucial advice from Prof. Eigen’s assistant, Lethae 63
4. Eilgorb in Upper Matta 69
4.1 Seminar with Gamma 70
4.2 First day: dynamic situations, perceptors and conjugal products 72
4.3 Second day: operators, bras and kets 80
4.4 Second day, second half: the location perceptor 89
4.5 Farewell dinner with Gamma 97
5. Underway to Matta Matta 103
5.1 Tunnelling through Mount Carid 103
5.2 Abmootak Diophantine Solutions 106
6. Matta Matta 119
6.1 Arrival in Parmenian Matta Matta at Kappa’s 120
6.2 Angela Momenta and the Simple Harmonic Oscillators 124
6.3 A drink after the show with Kappa, Tau and Chora 131
6.4 An encounter with simple harmonic oscillators 140
7. A public debate between Mu and Zeta (Zinbeil) 145
7.1 At Tau’s and Chora’s 145
7.2 Debate disk one: Calculating movement 147
7.3 Debate disk two: Question of time 156
7.4 Debate disk two: Question of time (continued) 163
8. A final farewell from Mu 171

Book II: The Way Back to Anaxaton 179

1. Leave-taking from Matta Matta 179
2. Return to Lower Matta 187
2.1 An evening with Lethae 189
2.2 Hiring electron-horses 198
3. On the way through the Wodanaz Forest 203
3.1 Underthrowlingen and Watchmaker Gidnaestnebod 204
3.2 The Rutaneneir organic community 210
3.3 Pedestrian crossing in the forest 216
3.4 Edeirfdlaw and a renewed meeting with Roger 220
3.5 A theatrical performance on time introducing Willy P. 225
4. Held captive in the cyberworld 237
4.1 E-mares in the cloud 237
4.2 Forced labour in the bit-string copulators of Turingia 243
4.3 Escape from Turingia 249
5. A stay in hospital 257
5.1 A mysterious, spontaneous recovery 257
5.2 In the clutches of neuroscience 258
6. Hitting the trail again 267
6.1 An encounter with the young Sussicran 267
6.2 Ph. R. H. 279
6.3 An excursion to Estyflop battle-field 286
6.4 Oneiric messaging from Quantasia 289
6.5 A whirlwind party 297
7. Last leg of journey 307
7.1 Back in Nosear with Wal 309
7.2 Marj Kcam’s lecture in Zinbeil Park: The infinitesimal gap 310
8. Back home in Anaxaton 323